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 Unterricht und Üben sollen künstlerisch gestaltet sein. Im Unterricht werden Methoden für künstlerisches und kreatives Üben erarbeitet. Ein kleiner Teil eines wesentlichen Problems wird, wenn möglich erschöpfend erläutert und in der Praxis erarbeitet. Besonders bei klanglichen Problemen spielt hier das unmittelbare „Aha“ Erlebnis im Unterricht eine wichtige Rolle, nämlich das schöne „Aha“ – Erlebnis, dass man das, was noch vor wenigen Augenblicken unbekannt war, jetzt schon gespielt, gelebt und gehört wird.

Der Unterricht wird methodisch so aufgebaut, dass die Arbeit in der Klavierstunde immer auch ein Mikrokosmos der Übearbeit ist. Die verschiedenen Arbeitsschritte werden an Hand weniger Beispiele aufbereitet und zwar in der beim Üben zu befolgenden Reihenfolge. Oftmals ( insbesondere bei klanglichen oder technischen Problemen ) besteht die Lösung aus mehreren Schritten, die in der richtigen Reihenfolge und Übetechnik zum Erfolg führen.

All diese notwendigen Fertigkeiten und Übetechniken werden prinzipiell, in der Praxis und erschöpfend erarbeitet. Die Passagen werden so ausgewählt, dass sie signifikant für eine Vielzahl anderer Passagen  sind. So werden so viele Stellen erarbeitet, wie prinzipiell verschiedene Problemstellungen auftreten. Diese Stellen sollten aber so kurz wie möglich sein, optimalerweise nur 4 oder 8 Takte. Denn mit allem Wissen und der notwendigen Spiel- und Übetechnik kann der Studierende nun darangehen, das Erlernte auf seine Weise auf alle anderen Stellen zu übertragen. Auf diese Art kann er seinen persönlichen Zugang zur Interpretation finden, ja seine Interpretation selbst finden. In den folgenden Stunden werden im  Interpretationskonzept nur dort Änderungen vorgenommen, wo die Interpretation entweder in sich unlogisch ist, oder stilistisch aus dem Rahmen fällt. Auch in diesen Fällen zeigt die Korrektur nur in eine Richtung aber nicht den oder die Wege.

Das Vorspiel ( des Lehrers ) hat dort seinen Platz, wo künstlerische Inhalte verbal nicht oder nur sehr aufwendig formuliert werden können. Das ist insbesondere bei klangtechnischen Fragen der Fall. Wo immer möglich werden verschiedene Möglichkeiten angeboten. Auch wenn es für die Studierenden am Anfang mühsam sein sollte, werden immer die Lösungen angestrebt, die auf weite Strecken die Kreativität und das Finden eigenständiger Interpretation am meisten fördert. Bei allen Aspekten der Interpretation sind verbale Formulierungen wie "richtig" oder "falsch" wenn irgend möglich zu vermeiden, da sie die Unmündigkeit des jungen Künstlers fördern. Es ist enorm wichtig ( insbesondere in der Lehrerausbildung ) den Studierenden Parameter in die Hand zu geben, selbst entscheiden zu können, was in diesem und jenem Fall richtig oder falsch ist, was an Freiheit noch möglich ist und wo Grenzen überschritten werden, die mit einer guten Interpretation nicht mehr vereinbar sind.