Gut, zeitsparend und professionell Üben

 

Technik

Für Studenten
Grundlagen
Konzertvorbereitung
Auftrittsangst
Technik
Auswendig Lernen

Hier einmal die Schlüsselfragen:

Es ist eine große unterrichtsphilosophische Frage, wann im Prozess des Arbeitens was zu tun ist. Metronom oder nicht, wenn ja wie?
Wann beginnen mit dem Auswendiglernen? Wie?
Verhältnis von technischer zu künstlerischer Arbeit? Wann mit der künstlerischen Arbeit beginnen?
Arbeitstechniken für künstlerische Übungen? Arbeitstechniken für Technik?
Wie Fingertechnik trainieren? Wie Armtechnik trainieren? Wie Klangfarben entwickeln?
Wie die Klangvorstellung entwickeln? Wann und wie Agogik einfügen?

 

Bei der Seite "Grundlagen" ist schon ein erster Überblick über den Ablauf gezeigt. Die Spezialfragen "Konzertvorbereitung" und "Auftrittsangst" und "Auswendiglernen" werden jeweils auf den entsprechenden Spezialseiten bearbeitet.

Arbeitstipps für den Einstieg: Wenn Sie das Gefühl haben, sehr lange zum ersten Erlernen der Noten zu benötigen und auch sehr schlecht Blattspielen können, dann sind ihre Fähigkeiten beim Notenlesen unterentwickelt. Auf der einen Seite hilft es da, neben den Stücken, die schon weiter fortgeschritten sind, immer auch etwas neu zu lernen, oder auch ein wenig in den Noten zu schmökern. Es ist in jedem Fall ein Gewinn, sich die Beethoven - oder Mozart-Sonaten (um irgendein Beispiel zu nennen) aufzuschlagen und die Anfänge zumindest bis zur Durchführung langsam von den Noten her anzuschauen und zu probieren. Das kann man ruhig bei einem Stück öfter machen, so lange, bis man eine konkrete Vorstellung von dem Werk bekommt. Diese Übung, die unbedingt regelmäßig, also JEDEN Tag gemacht werden sollte, hilft auf der einen Seite, die große Literatur kennen zu lernen und auf der anderen Seite ist es eine sehr gute Methode, um das Notenlesen zu verbessern. Die andere Möglichkeit stellt das gezielte "Vom Blatt spielen" - üben dar. Man nimmt sich Werke, die viele Stufen im Schwierigkeitsgrad unter dem der eigenen Literatur sind und versucht diese gleich beim ersten Versuch auch künstlerisch annehmbar zu spielen. Wenn jemand zum Beispiel schon Chopin Balladen spielt, dann könnten das 2-stimmige Inventionen sein. Beim Blattspiel ist es wichtig, zuerst Tonart und Takt/Rhythmus anzusehen, aber auch gleich eine Vorstellung beim Betrachten des Textes über Tempo und Gestaltung zu bekommen. Erst, wenn das geschehen ist, beginnen wir zu spielen. Jetzt spielen wir aber so wie bei einem Kammermusikkonzert. Wenn etwas zuviel ist, oder zu schwer, lassen wir Töne, gegebenenfalls ganze Stimmen weg, bleiben aber immer in unserem Tempo. So verbessern wir unsere Qualitäten im Notenlesen und wir lernen nur von den Noten ausgehend, eine Vorstellung zu entwickeln.

Für Studenten
Grundlagen
Konzertvorbereitung
Auftrittsangst
Technik
Auswendig Lernen

Metronom

Melzls Erfindung hat schon sehr früh Einzug in unsere Übestuben gefunden und zweifelsohne ist das ein gutes Werkzeug zum Arbeiten. Oft erreichen wir aber mit der Hilfe dieses Werkzeugs nicht den gewünschten Effekt, im ungünstigsten Fall auch das Gegenteil des gewünschten Effekts.
Sinnvoll eingesetzt wird das Metronom als Kontrollinstrument. Wir spielen ein Stück, von dem wir nicht sicher sind, ob wir noch die Kontrolle über das Tempo bzw. die Agogik haben. Wir versuchen das Stück mit allen musikalischen Finessen, also auch sehr schön zu spielen, aber ohne Agogik. Dazu lassen wir das Metronom laufen. Wenn wir nun bemerken, dass das Metronom scheinbar langsamer oder schneller wird, können wir gleich bei diesen Passagen verweilen, um die entsprechenden Tempokorrekturen zu machen, bzw. die Agogik zu reparieren. Agogik ist grundsätzlich betrachtet dann gut, wenn es sich um GEWOLLTE Tempoänderungen handelt. Wenn wir das Tempo aus Gewohnheit ändern und es nicht mehr bemerken und es daher auch nicht mehr ohne Tempoänderung spielen können, dann ist eben eine Korrektur angebracht. Hier kann ein Metronom in der Diagnose und in der Arbeit wertvolle Hilfe leisten.
Wenn wir ein Werk am Anfang noch in viele kleiner Teile zerlegt haben, so kann es leicht passieren, dass jede dieser Passagen ein anderes Tempo hat. Wir sollten aber versuchen, jede Passage in demselben Tempo zu erarbeiten. Auch hier kann ein Metronom die gewünschte Hilfe bieten. Es ist in jedem Fall aber besser, einen Weg auch ohne diese Maschine zu finden. Im Falle der verschiedenen Passagen eines Werkes zum Beispiel kann man zwei sehr temposignifikante Takte vor jede Stelle, die man erarbeitet voranstellen, damit  man  das Tempo genau  fühlen kann. Mit dem Metronom ist es so wie mit medizinischen Maschinen, die einem schwerkranken Patienten das Leben Erlauben. Eine Maschine, die als Herz arbeitet kann lebensrettend und notwendig sein, für einen Gesunden wäre das unnütz und schmerzhaft. So ist das Metronom dort richtig am Platz, wo einem der Puls abhanden gekommen ist. Keinesfalls sollte dieser "Herzschrittmacher" aber länger und öfter verwendet werden, als notwendig, weil wir sonst unseren musikalischen Puls durch eine Maschine ersetzen - und das bringt wieder Schaden an unserer Musik. Wir müssen versuchen, Tempo und Puls aus uns selbst zu entwickeln und das nicht einer maschine zu überantworten. Manchen Studenten hilft es bei der technischen Arbeit, sich im Tempo "Zahn für Zahn" im Tempo mit Hilfe des Metronoms weiterzuarbeiten. Diese Methode kann hilfreich sein, sollte aber aus oben erwähnten Gründen auch keinesfalls immer angewendet werden.

Für Studenten
Grundlagen
Konzertvorbereitung
Auftrittsangst
Technik
Auswendig Lernen

Künstlerische und technische Arbeit

Wir betrachten unsere Arbeit beim Üben immer mit dem Blick auf das Konzert und wie wir dorthin kommen mit möglichst wenig Zeit zum Üben. Denn je weniger Zeit wir für ein Stück verwenden, desto mehr Stücke können wir studieren und das ist vor allem für Pianisten wichtig, weil wir so ein großes Repertoire haben sollten. Ganz am Beginn, beim Erlernen eines Werkes müssen wir uns vorab einen Überblick verschaffen. Aber so früh wie irgendmöglich arbeiten wir Hand in Hand an den technischen und den künstlerischen Problemen. Das ist auch deshalb notwendig, da wir insbesondere im Bereich der Bewegungstechnik viele künstlerische Aspekte in die Bewegung einbauen. Die Handgelenksführung zum Beispiel sollte den Duktus einer Linie unterstützen. So sollten wir auf allen Ebenen die Technik mit der Interpretation verbinden. Technische Reinheit und Perfektion ohne künstlerischen Ausdruck ist sinnlos, wie Sprache, die nur aus sinnlosen Silben besteht. Auch ganz am Anfang sollten wir "schön" üben. Das macht mehr Spaß und es spart Zeit. Auch und gerade ganz am Anfang überlegen wir uns: Welche Stimme im Akkord ist die lauteste? Wie können wir Differenzieren? welche Note im Takt ist am lautesten? usw. und alle diesen künstlerischen Aspekte integrieren wir von Anfang an in unser Spiel. Auch Charakter und Klangfarbe ist auch bereits a Anfang ein Thema. Selbstverständlich werden wir am Anfang nicht alle diese Fragen beantworten können, wir werden unsere Vorstellungen in jeder Hinsicht immer weiter entwickeln, aber zu jeder Übephase sind diese Fragen wichtig und berechtigt.
 

Für Studenten
Grundlagen
Konzertvorbereitung
Auftrittsangst
Technik
Auswendig Lernen

technische Arbeitst

Am Beginn jeder technischen Arbeit steht die Analyse dessen, womit ich unzufrieden bin, die Diagnose. Es ist wie in der Medizin. Kein Medikament ist für jede Krankheit geeignet und bei uns ist keine Arbeitstechnik für jedes Problem geeignet. Daher muss an erster Stelle die Frage stehen: "Was funktioniert nicht" Wenn es sich herausfinden lässt, kommt als nächstes die Frage: "Warum funktioniert das nicht" und dann kommt die Frage: "Welche technische Übung, welcher Mix technischer Übungen kann hier helfen" (Therapie)
Wenn wir zum Beispiel Probleme damit haben, die notwendige Gleichmäßigkeit in der Fingertechnik zu spielen. Da können wir sehr langsam und sehr deutlich aus den Fingern spielen, dann eventuell rhythmisch Verschieben in die eine und in die andere Richtung, dann eventuell Fingerstacc., dann schneller und lockerer und auch zunehmend mit Hilfe des Handgelenks und des Arms, dann noch schneller noch lockerer usw.
Es gibt für jedes Problem auch Übungen, die ungeeignet sind und unser Problem verschlimmern. Deswegen ist es wichtig uns einen "Vorrat" an guten Übungen anzueignen und immer versuchen zu überlegen, für welches Problem diese Übung geeignet sein könnte. Immer muss vor dem Praktizieren von technischen Übungen die Überlegung sein: was funktioniert nicht? Welche technische Übung ist daher vorteilhaft?
Nie sollten wir einfach eine Standardübestrategie verfolgen. Und immer müssen wir beim Prozess des Übens beobachten, ob das gewünschte Resultat näher kommt. Immer sollten wir dabei beobachten, ob wir locker bleiben, dass sich keine Verspannungen einstellen und dass keinerlei Schmerzen auftreten. Immer wenn etwas weh tut, ist die Übung sofort abzubrechen, die Hand zu lockern und sofort muss wieder gefragt werden: "Warum tut das weh? was mache ich technisch falsch?"

 

künstlerische Arbeitstechniken

Wir müssen Technik und Musik zusammenführen. Im griechischen heißt Technik übersetzt Kunst. Die Technik und die Musik können keine getrennten Spieler sein, schon gar keine Gegenspieler, es sind immer die zwei Seiten einer Münze. Die Technik muss sich der musikalischen Gestaltung immer unterordnen. Wenn wir uns  z.B. einen Fingersatz überlegen ist die erste Überlegung immer: "Unterstützt er die Musik, die Artikulation, den Fluss, die Oberstimme, das Legato, das Gesangliche usw." und dann erst soll der Fingersatz auch bequem sein und technisch gut ausführbar sein. Die Technik ist immer das Werkzeug unserer Musik.
Bei der künstlerischen Arbeit können wir wieder so verfahren, dass wir bei dem Wiederholen einer Passage immer wieder einen anderen künstlerischen Aspekt in den Vordergrund stellen. Einmal hören wir auf die Entwicklung unserer Dynamik, dann hören wir auf die Phrasierung, dann auf die Klangfarbe, dann auf das dynamische Verhältnis der Stimmen zueinander, dann auf den Charakter usw.
Wenn wir Schwierigkeiten haben, uns die Musik vorzustellen, können wir uns überlegen, wie es gesungen klingen würde, wir können die Passage innerlich singen, oder wenn es sehr viel Stimmen gleichzeitig sind, können wir uns überlegen, wie wir es instrumentieren würden. Welches der Orchesterinstrumente würde hier jetzt welche Stimme übernehmen. Wenn wir uns das überlegt haben, können wir als nächsten Schritt daran gehen, diese Instrumentierung auf dem Klavier in verschiedenen Klangfarben umzusetzen.
Auch bei der musikalischen Arbeit können wir von Beginn an nicht alles im Auge behalten, an alles gleichzeitig denken. Das ist auch der wesentliche Sinn des Übens, dass wir nacheinander die vielen Fragen der künstlerischen Gestaltung bearbeiten.
 

Biographie Lehre Konzept Ziel Der Weg dorthin Downloads Links Absolventen Aktuell Kontakt Startseite Für Studenten