Gut, zeitsparend und professionell ÜbenGrundlagen |
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Gutes Üben ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem erfolgreichen Pianisten / einer erfolgreichen Pianistin. Die oft gestellt Frage: "Wie viel übst du?" müsste ersetzt werden durch die Frage : "Wie gut übst du?" Denn rein die Zeit, die bei dieser höchst kreativen und
oft schönen Tätigkeit verstreicht, ist kein Maß für das, was während
dieser Zeit vorangeht. Beim Beginn des Lernens an Stücken sollte uns in
jeder Phase des Übens klar sein, dass die Qualität am Ende und damit auch
das Konzert in erster Linie mit der Qualität des Übens zu tun hat. Die
Faktoren wie Lampenfieber und Tagesverfassung werden in dieser Hinsicht
meist stark überbewertet. |
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Um hier die Anregungen in die eigene Übearbeit umsetzen zu
können, einige Hinweise und Tipps. Wie auch bei der interpretatorischen
Arbeit führt kein Weg daran vorbei, einen eigenen und persönlichen Stil bei
der Arbeit zu finden. Alles, was hier geschrieben ist und im Unterricht
gesagt wird, sind Wegweiser, die in die richtige Richtung weisen. Den Weg
gehen muss jeder selber und jeder wird es auf seine Weise tun. Alle hier
erwähnten Beispiele und Übetipps müssen auf ihre Praxistauglichkeit
überprüft werden und gegebenenfalls ausgebaut und verändert werden. Ständig
sollte man sich fragen: "Bin ich mit dieser Methode gut weitergekommen?"
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Der häufigste Fehler beim Üben: Es werden zu große
Passagen geübt und es wird zu schnell geübt. Wenn wir die Noten eines Werkes
das erste Mal sehen, so ist es für den Anfang sicher gut, sich einmal grob
durchzuarbeiten, um zu wissen, in welche Richtung es geht, welchen Charakter das
Stück hat usw. |
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Dazu ein bisschen Background: Beim guten Erlernen von
Teilen eines Werkes geht es darum, unser Wissen vom Ultrakurzzeitgedächtnis
bzw. vom Kurzeitgedächtnis dauerhaft zu "speichern", uns also anzueignen.
Wir müssen bei diesem Prozess (wie oben in der Praxis beschrieben) bedenken,
dass wir nicht uns nicht nur das merken, was erwünscht ist, sondern auch die
Fehler, die Angst, Unsicherheit, negative Gefühle usw. mitspeichern. Wir
müssen also in jeder Phase der Übearbeit darauf achten, dass wir
kontrolliert genug arbeiten (damit auch langsam genug), um in jeder Phase
sicher, ohne Angst und ohne Fehler zu trainieren. Die Schlampigkeiten, die
wir hier einarbeiten, sowie die potentiellen Fehler, die hier Eingang
finden, können nicht oder nur sehr schwer wieder korrigiert werden. |
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Auf dem weiteren Weg werden nun mit dem Fortschritt unsere
Passgagen immer größer und auch das Tempo wird sich steigern. Gleichzeitig
mit unserer technischen Arbeit werden wir natürlich auch an allen musikalischen
Parametern weiter arbeiten. Auch hier ist es gut, wenn wir eine gewisse
Systematik einhalten. Bei der Dynamik werden wir uns ganz am Anfang um die
Dynamik innerhalb eines Taktes kümmern. Wo sind die schweren, wo sind die
leichten Taktteile, kleines cresc. innerhalb des Taktes usw. Wenn wir in der
Arbeit schon weiter fortgeschritten sind, so werden wir uns der Dynamik der
Phrase widmen. Die Einteilung der Passagen, die wir arbeiten sollte
natürlich auch den Phrasen entsprechen. Hier können wir nun die dynamische
Phrasengestaltung erarbeiten, nachdem ja die Mikrostrukturierung der Dynamik
im Takt bereits gemacht ist. Hier werden wir also überlegen, was ist der
Höhepunkt der Phrase, zu diesem machen wir z.B. ein kleines cresc. von dort
weg ein kleines decresc. Mit der Gestaltung der Agogik lassen wir uns Zeit.
Dieser musikalische Ausdruck sollte als Letzter erarbeitet werden, damit wir
darüber die Kontrolle nicht verlieren. |
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Im weiteren Verlauf, nachdem nun die Stellen immer größer geworden sind, wir diese auch auswendig bewältigen können und die wesentlichen musikalischen Elemente eingefügt und ausgearbeitet wurden, werden wir versuchen, die größeren Teile nun zu einem ganzen Satz oder einem größeren Abschnitt zusammenzufügen. Auch hier ist wieder zu beachten, dass wir immer wieder im Detail arbeiten müssen. Erstens müssen wir immer wieder ins langsame Tempo gehen, um unsere erworbenen Fähigkeiten auch abzusichern und wir müssen immer wieder die einzelnen Parameter überprüfen, ob sie noch unseren Vorstellungen entsprechen (Differenzierung in den Stimmen, Dynamik, Pedal, Klangfarbe, Phrasierung, Artikulation u.a.). Dann gehört es jetzt natürlich dazu, einen Satz oder einen größeren Abschnitt im Ganzen zu spielen. Ratsam ist es hier sicher, öfter die erzielten Resultate aufzunehmen. Beim Abhören kann man sehr gut feststellen, ob das was wir spielen dem entspricht, was wir glauben oder hören. Ständig müssen wir unsere Klangvorstellung weiterentwickeln, aber auch die Kontrolle beim Spiel ist wichtig. Wir werden sehr oft feststellen, dass das, was wir auf der Aufnahme unserer Arbeit hören nicht dem entspricht, was wir gehört haben. So kann man auch die Kontrolle verbessern. Außerdem bietet eine Aufnahme eine gute Basis, um eine exakte Fehleranalyse zu erstellen. Wir können auf Grund der Aufnahme erkennen, an welchen Stellen wir noch arbeiten müssen und was wir genau weiter verbessern wollen. Gutes Üben basiert immer auf der Analyse dessen, was mir noch nicht gefällt und richtet sich immer nach einer auf dieser Basis erstellten Konzeption. Wenn ich zum Beispiel höre, dass meine Dynamik nicht so ist, wie ich sie hören möchte und spielen möchte, werde ich genau daran arbeiten. Wenn die Technik noch nicht gleichmäßig ist, werde ich genau daran arbeiten und Übungen machen, die genau dieses Problem behandeln. Gutes Üben ist immer genau auf eine bestimmte Problematik zugeschnitten. Auf keinen Fall dürfen wir gedankenlos Wiederholung an Wiederholung reihen. Immer müssen wir ein klares Konzept dessen haben, was wir gerne verbessern möchten und danach muss sich unser Üben richten. |
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tägliche Übungen / Technik |