Gut, zeitsparend und professionell Üben

 

Auswendiglernen

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Auswendig Lernen

Das Auswendiglernen kann eine sehr zeitraubende und nervenraubende Tätigkeit sein.
Ziel ist es sicher, den Zeitaufwand so klein wie möglich zu halten und das Ergebnis der Arbeit sollte maximale Sicherheit bieten. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, sollte der Prozess des Auswendiglernens sehr früh bei der Übearbeit beginnen. Sobald die erste Vorstellung der einzelnen Passagen gewonnen wurden, sollte man beginnen, aus dem Kopf und nicht nach den Noten zu spielen. Auch wenn das Tempo noch niedrig ist und die Passagen noch klein sind, kann man bei entsprechender Konzentration nach einigen Wiederholungen beginnen, auswendig zu spielen, vorerst natürlich nur diese kleinen Passagen, die man arbeitet und nachdem man diese einige Male sehr intensiv von den Noten aufgenommen hat. Hält man dieses Prinzip bei, werden die Stellen größer und das Tempo entwickelt sich zum Originaltempo. So hat man bereits die beste Vorarbeit zum Auswendigspielen geleistet, denn jetzt muss man nur noch die einzelnen Teile zusammenfügen, sich bewusst und sicher machen und schon können wir unser Werk auch auswendig.
Dennoch wollen wir uns diesen Prozess natürlich etwas genauer ansehen:

 

Der erste Schritt bei der Arbeit am Auswendiglernen ist das Analysieren, auf welche Art man auswendig lernt.
Hier gibt es viele Möglichkeiten und Arten, jeder dieser Methoden hat Vor- und Nachteile, wichtig ist vorerst, dass man sich der Technik, die man anwendet bewusst wird.
Da gibt es einmal das photographische Gedächtnis: Bei diesem Typus Gedächtnis merkt man sich sozusagen das Notenblatt mit allen Details, dieses Gedächtnis ist sehr vorteilhaft und sehr selten anzutreffen.
Dann gibt es das akustische Gedächtnis, das heißt, dass man weiß, wie es klingt und kann das auf die Tasten bringen.
Dann gibt es das Griffgedächtnis (ist am häufigsten verbreitet). Bei dieser Variante weiß ich, wie sich das Stück anfühlt und kann es vom Sinneseindruck her und von der Mechanik her umsetzen.
Dann das Griff-optische Gedächtnis: Ich weiß, wenn ich auf die Tastatur sehe, welche Taste ich drücken muss. Dieses Gedächtnis ist in Verbindung mit dem Griffgedächtnis das, das am häufigsten anzutreffen ist.
Dann gibt es noch analytische Denker, die die harmonische und formale Struktur des Stückes analysieren und sich merken. Dies Art des Auswendiglernens erfordert großes theoretisches Wissen, ist ein wenig unhandlich, allerdings sehr sehr sicher und eher selten.

 

Der erste Schritt ist nun, genau zu beobachten, auf welche Art wir auswendig lernen. Wir versuchen es für den Anfang nicht zu beeinflussen, nur zu beobachten. Wir sollten nicht versuchen, eine Methode beim Auswendiglernen anzuwenden, die uns nicht liegt, daher zuerst beobachten. Vielfach werden wir auch einen Mix aus verschiedenen Methoden anwenden, wahrscheinlich auch eine andere Methode bei einem langsamen lyrischen Satz oder einem sehr schnellen und technisch schweren. Bei den schnellen und schwierigen Sätzen ist die Gefahr, dass es vom Gedächtnis her, zu mechanisch, zu sehr nur in den Fingern verankert ist. Wir müssen beim Üben und beim Auswendiglernen von schnellen und schwierigen Passagen sehr darauf achten, dass wir beim üben nicht unkonzentriert sind und es einfach automatisieren. Je weniger wir bei der technischen Arbeit sind, desto mehr lernen wir "automatisch". Das heißt, dass wir es mehr automatisieren und mit den Bewegungsreflexen abspeichern. Das ist beim Konzert besonders gefährlich, denn wenn es nur durch das Griffgedächtnis mechanisch automatisiert wurde, steigen wir sofort aus, wenn wir konkret darüber nachdenken, was und wie wir spielen. Das sind die häufigsten Fehler beim Vorspiel von schwierigen Passagen. Wir müssen daher versuchen, beim technischen Üben sehr konzentriert zu bleiben und nicht zu automatisieren, was man gut durch die Zuhilfenahme einer zweiten Lernmethode erreichen kann. Bei schwierigen Passagen, die wir durch die Griffe vorwiegend auswendig gelernt haben, könnte man sich dazu ganz genau merken, wie jeder Ton klingt. Die Klangvorstellung macht es dann sehr bewusst und damit sicher.
Für wichtige Konzerte und wichtige Prüfungen, sollte man immer zu der Methode, wie man auswendiggelernt hat, eine zweite Methode als "Sicherheitsbackup" dazulernen. Das ist zwar viel  Aufwand, gibt mir aber das Gefühl großer Sicherheit.

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Bei langsamen Sätzen ist die Gefahr, dass man auf der Bühne einfach nicht mehr weiß, ob F oder Fis gehört am größten. Wenn man nervös ist, dann hat man viel Zeit zum Nachdenken darüber, was als nächstes kommt. Außerdem übt man die langsamen Sätze allgemein auch weniger, daher sie sind vom Auswendigspiel nicht so sicher und bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Hier ist es auf jeden Fall ratsam, zwei Methoden kombiniert anzuwenden. Hier bietet sich z.B. an, von der Klangvorstellung her genau zu wissen, wie es klingen wird und dabei die Tasten vor dem geistigen Auge zu haben.

In jedem Fall ist es notwendig, wenn man mit einem Stück weit fortgeschritten ist, sich ein "mentales Baumdiagramm" zu machen, was bedeutet, dass wir uns überlegen, an welchen Stellen "Weichen" sind (das sind  Stellen, bei denen es einmal so und bei der nächsten Wiederholung anders weiter geht). Wir müssen den Ablauf genau betrachten und alle diese Stellen gut im Kopf haben, bei Paralellstellen genau schauen, was geht wann wie anders. Diese Dinge müssen in jedem Fall analytisch betrachtet werden. Gefährlich sind auch Stellen, die sich sehr ähnlich sind, oder einmal auf die eine und ein anderes Mal auf die andere Art weitergehen. Diese Dinge muss man so präzise im Kopf haben, dass man genau weiß, jetzt kommt diese Stelle, da kommt in der linken einmal diese Figur und dann geht es so weiter, bei der Wiederholung kommt links jene Figur und dann geht es so weiter. Alle dies "Weichen" muss man genauestens kennen, diese Stellen sind große Unsicherheitsfaktoren im Konzert und wenn man sich dieser Problematik nicht bewusst ist, kann es sein, dass man dort aussteigt, oder aus einer Wiederholung nicht mehr herauskommt, weil man nur die 1.Wiederholung  kann und nicht in die 2.Wiederholung findet.

 

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