











 |
Die Klaviersonaten bei Mozart haben
einen anderen Stellenwert, als etwa das Sonatenschaffen im Werkkanon von
L.v.Beethoven oder von Joseph Haydn. Mozart schrieb seine Sonaten entweder
für Konzerte, die er selbst spielte oder für Schüler/Innen. Sie stehen daher
in Bezug auf pianistische Raffinesse oder Größe in der Anlage in starkem
Kontrast zu den Klavierkonzerten, die dann vor allem im Spätwerk sehr groß
und symphonisch sind. Mozarts Sonate verkörpert die klassische Sonatenform
auf natürlich-organische Weise, nicht als konstruktive Idee wie die
Schöpfungen von Beethoven oder Haydn.
Nicht ohne Grund hat Mozart in der Oper, der dramatischen Darstellung
menschlicher Leidenschaften, die Erfüllung seiner Kunst gesehen, nicht in
der genialen Konstruktion einer Sonate, wie Beethoven. Seine Musik ist von
einer neuen Humanität geprägt, in der das Menschliche, das Gesanglich und
der melodische Einfall als Sinnbild des Menschseins im Zentrum steht. Aus
diesem Grund sind die formalen Gegebenheiten bei der Sonate bei Mozart
auch weniger streng ausgeführt als bei Beethoven oder Haydn. Hauptthema und
Seitenthema in der Sonatenhauptsatzform sind keineswegs immer stark
kontrastierend, nein manchmal im Charakter ergänzend und die Durchführung
wird nicht zur Spielstätte dramatischer Entscheidungen oder Enthüllungen,
sie kombiniert und variiert aber stellt keine neuen Sachverhalte dar. In
einigen Fällen wird sie sogar weitgehend durch eine neue thematische Episode
ersetzt.
Langsame Sätze sind teils in Sonatenform, teils in Liedform ausgestaltet und
für den Schlußsatz gilt entweder das Kontrastprinzip der Sonatenform oder
häufiger das Reihenprinzip der Rondoform. |