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Die Konzerte KV 482 , KV 488 und KV
491 haben eine für Mozart große Besonderheit, nämlich Klarinetten. Bei dem
Klavierkonzert KV 491 gibt es Oboen und Klarinetten, bei den beiden anderen
sind es nur Klarinetten, dafür keine Oboen.
In der Besetzung ist es eigentlich eine Synthese der symphonischen Idee und
der kammermusikalischen Besetzung. Das Konzert ist so klein besetzt, wie
frühere Klavierkonzerte Mozart, jedoch von der symphonischen Idee der
"reifen" Konzerte getragen.
1.Satz
Es ist typisch von Mozart, Formen
die er selbst dargestellt hat und weiterentwickelt hat, dann auch zu
modifizieren und zu erweitern. Auf den ersten Blick scheint die Form des
ersten Satzes der üblichen Form zu entsprechen, aber bei genauerer
Betrachtung hat er doch einige sehr erwähnenswerte Besonderheiten.
EXPOSITION
Orchester
bis T18 erstes Thema
T18-30 Überleitung
T31-46 zweites Thema
T42-62 Nachsatz
T62-66 Schlussgruppe
KLAVIER
T67-82 Erstes Thema
T83-98 Überleitung
T99-114 Zweites Thema
T114-137 Nachsatz
So - klassischer geht es ja fast
nicht mehr. Von der Gestaltung achten wir in den Takten beim ersten Thema
auf eine kernige und führende, helle Oberstimme, die wir auch gut
artikulieren. Ansonsten, wie immer bei Ecksätzen von Mozart setzen wir
unseren Ehrgeiz in perlende durchsichtige, aber dennoch immer dynamisch
gestaltet 16tel.
Besonders wird es nach der Exposition. Normalerweise verarbeitet die
Durchführung die Themen und Ideen der Exposition, hier aber bringt sie einen
so eigenständigen melodischen Gedanken auf, dass man fast von einem
"3.Thema" sprechen könnte. Dieses wird nun zentral in der Durchführung, die
damit mehr vorausschauend auf die Reprise ist, die das "3.Thema" bringt. Die
Durchführung ist somit eher die Steigerung und Verarbeitung der Reprise,
denn der Exposition.
DURCHFÜHRUNG
Orchester T143-
149 "3.Thema"
Klavier T149 - 156
"Variation 3.Thema"
T156-186 spielerische motivische Arbeit am 3.Thema von
Klavier und/oder Orchester
Die kunstvoll geniale spielerische
Leichtigkeit, die den Melodien innewohnt findet also ihren Spiegel auch in
der Form.
Die Teile sind ungefähr gleich lang: Orchesterexposition 66 Takte, die
Soloexposition 71 Takte, die Reprise ist allerdings um diue Bereicherung des
3.Themas länger, nämlich 87 Takte. Dort, wo üblicherweise Wiederholung
steht, bringt Mozart das eigentlich Neue und die Durchführung bereitet
darauf vor!
REPRISE
Orchester
T198-206 Erstes Thema
Klavier und Orchester
T206 - 213 Erstes Thema
Klavier und/oder Orchester
T229-244 Zweites Thema
Klavier und Orchester
T244-284 Nachsatz mit 3.Thema
Orchester T284-297 Ritornell
Klavier Kadenz
Orchester T298-313 Schlussritornell
An Besetzung und Thematik lässt sich
hier anhand der Formgestaltung eine durchgehende Steigerung gut erkennen.
Die Kadenzen, so sie von Mozart erhalten sind, standen üblicherweise auf
eigenen Blättern, in diesem Fall wurde die Kadenz in die Partitur
eingetragen. So ist auch dies ein Vorzeichen für spätere Klavierkonzerte, in
denen der symphonische Charakter so dicht wird, dass die Kadenz vollständig
mit dem ersten Satz verschmilzt und dann in der Romantik sogar zusammen mit
dem Orchester ausgeführt wird. Außerdem ist diese Kadenz ein guter
Anhaltspunkt, wenn wir eigene Kadenzen schreiben, wo dies notwendig ist,
wenn keine von Mozart vorhanden sind.
2.Satz
Die ergreifende, einfache, schlichte
Schönheit, dieses in fis-moll intonierten Siciliano ist signifikant für
Mozart und einzigartig für uns.
In der Form nimmt er wieder eine traditionelle Form, ganz klassisch (A- B -
A` Coda) - aber bei näherer Betrachtung löst er auch hier wieder klassische
Bande auf.
Es scheint das natürliche Wunder seiner Komposition zu sein, auch in der
Natur können wir leicht ein Gebilde als Baum erkennen, dennoch wird es
niemals dasselbe, wie ein anderes sein. Ich denke, dass hier das Geheimnis
wahrer Meister der Komposition liegt. Auf der einen Seite müssen Werke
Architektur sprich Form haben, auf der anderen Seite weicht alles, was
wirklich lebt ab. Und Mozart macht es mit einer Natürlichkeit, bei der
niemand auf die Idee kommen würde, hier sei etwas kürzer oder länger in der
Form, als gewohnt und dennoch variiert er ständig konventionelle Formen zu
unkonventionellen Meisterwerken.
A
Erstes Thema T1-20 zweiteilig
aber Klavier 12 Takte und in der Orchesterentwicklung nur 8 Takte
T20-35 Überleitung und Modulation nach A-Dur
B
Zweites Thema T35-51
hier 4 Takte Orchester und 8 Takte Klavier und Orchester
A`
T53-T68 Klavier variiert mit Verzierungsvorschlag von Mozart
T68-76 Orchester (Wiederholung vom ersten Teil)
T76-84 Klavier und Orchester
Coda
Erster Teil T84-92
Zweiter Teil T92-99
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3.Satz
Auch dieser luftige und leichte
(allerdings nur im Charakter leichte) Satz entzieht sich einer strengen
Form, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht so den Anschein hat.
Der Einfallsreichtum Mozarts erlaubt es ihm, auch mehr als die notwendigen
Themen darzustellen und sie in einer lockeren, freien Rondoform
darzustellen.
Wie auch sonst stellt er das Thema
A1 frisch ins Klavier
A1
T1-8 Klavier
A1 T9-16
Orchester
Ausarbeitung A1 T17-61 Ausarbeitung A1 traditionell
Orchester
A2 T62-76
KLAVIER Orchester Klavier
Überleitung T77-105 Überleitung
Klavier
B T106-128
Orchester Klavier
Nachsatz T129-174 Klavier vom Orchester
begleitet
Codetta T175-193 Klavier + Orchester,
Engführungen
Überleitung T194-202 Klavier und
Orchester - komplementär
A1 T202-209
Klavier
A1 und Überleitung T210-229 Orchester
C1 T230-261
Klavier Orchester Klavier Orchester
C2 T262-293 Klavier und Orchester, Thema zuerst
Orchester, dann Klavier
Überleitung T293-311
A2 T312-329
Klavier A-Dur, Orchester a-moll, dann wieder A-Dur
B T330- 363
Orchester A-Dur, Klavier a-moll
Nachsatz T363-411
Codetta und Rückleitung T412-441
A1 und Entwicklung
T441-480 Klavier, dann Orchester
Coda T480-524
So sehen wir an Hand der farblichen
Gestaltung gut die Form: A-B-A`-C-A``-B`-A`` -Coda
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