1756

Wolfgang  Amadeus  Mozart

bis 1791

Klavierkonzert KV488

Leben und Charakter
Klavierkonzert KV 414
Klavierkonzert KV 466
Klavierkonzert KV 467
Klavierkonzert KV 488
Klavierkonzert KV 491
Klavierkonzert KV 537
Klavierkonzert KV 595
Klavierkonzerte
Sonaten
Variationen
Das Instrument
Kammermusik

Die Konzerte KV 482 , KV 488 und KV 491 haben eine für Mozart große Besonderheit, nämlich Klarinetten. Bei dem Klavierkonzert KV 491 gibt es Oboen und Klarinetten, bei den beiden anderen sind es nur Klarinetten, dafür keine Oboen.
In der Besetzung ist es eigentlich eine Synthese der symphonischen Idee und der kammermusikalischen Besetzung. Das Konzert ist so klein besetzt, wie frühere Klavierkonzerte Mozart, jedoch von der symphonischen Idee der "reifen" Konzerte getragen.

1.Satz

Es ist typisch von Mozart, Formen die er selbst dargestellt hat und weiterentwickelt hat, dann auch zu modifizieren und zu erweitern. Auf den ersten Blick scheint die Form des ersten Satzes der üblichen Form zu entsprechen, aber bei genauerer Betrachtung hat er doch einige sehr erwähnenswerte Besonderheiten.
EXPOSITION
Orchester
bis T18 erstes Thema
T18-30 Überleitung
T31-46 zweites Thema
T42-62 Nachsatz
T62-66 Schlussgruppe
KLAVIER
T67-82 Erstes Thema
T83-98 Überleitung
T99-114 Zweites Thema
T114-137 Nachsatz

So - klassischer geht es ja fast nicht mehr. Von der Gestaltung achten wir in den Takten beim ersten Thema auf eine kernige und führende, helle Oberstimme, die wir auch gut artikulieren. Ansonsten, wie immer bei Ecksätzen von Mozart setzen wir unseren Ehrgeiz in perlende durchsichtige, aber dennoch immer dynamisch gestaltet 16tel.
Besonders wird es nach der Exposition. Normalerweise verarbeitet die Durchführung die Themen und Ideen der Exposition, hier aber bringt sie einen so eigenständigen melodischen Gedanken auf, dass man fast von einem "3.Thema" sprechen könnte. Dieses wird nun zentral in der Durchführung, die damit mehr vorausschauend auf die Reprise ist, die das "3.Thema" bringt. Die Durchführung ist somit eher die Steigerung und Verarbeitung der Reprise, denn der Exposition.

DURCHFÜHRUNG
Orchester T143- 149  "3.Thema"
Klavier T149 - 156  "Variation 3.Thema"
T156-186 spielerische motivische Arbeit am 3.Thema von
Klavier und/oder Orchester

Die kunstvoll geniale spielerische Leichtigkeit, die den Melodien innewohnt findet also ihren Spiegel auch in der Form.
Die Teile sind ungefähr gleich lang: Orchesterexposition 66 Takte, die Soloexposition 71 Takte, die Reprise ist allerdings um diue Bereicherung des 3.Themas länger, nämlich 87 Takte. Dort, wo üblicherweise Wiederholung steht, bringt Mozart das eigentlich Neue und die Durchführung bereitet darauf vor!

REPRISE
Orchester  T198-206 Erstes Thema
Klavier und Orchester T206 - 213  Erstes Thema
Klavier und/oder Orchester T229-244  Zweites Thema
Klavier und Orchester T244-284 Nachsatz mit 3.Thema
Orchester  T284-297 Ritornell
Klavier   
Kadenz
Orchester T298-313  Schlussritornell

An Besetzung und Thematik lässt sich hier anhand der Formgestaltung eine durchgehende Steigerung gut erkennen. Die Kadenzen, so sie von Mozart erhalten sind, standen üblicherweise auf eigenen Blättern, in diesem Fall wurde die Kadenz in die Partitur eingetragen. So ist auch dies ein Vorzeichen für spätere Klavierkonzerte, in denen der symphonische Charakter so dicht wird, dass die Kadenz vollständig mit dem ersten Satz verschmilzt und dann in der Romantik sogar zusammen mit dem Orchester ausgeführt wird. Außerdem ist diese Kadenz ein guter Anhaltspunkt, wenn wir eigene Kadenzen schreiben, wo dies notwendig ist, wenn keine von Mozart vorhanden sind.

 

 

2.Satz

Die ergreifende, einfache, schlichte Schönheit, dieses in fis-moll intonierten Siciliano ist signifikant für Mozart und einzigartig für uns.
In der Form nimmt er wieder eine traditionelle Form, ganz klassisch (A- B - A` Coda) - aber bei näherer Betrachtung löst er auch hier wieder klassische Bande auf.
Es scheint das natürliche Wunder seiner Komposition zu sein, auch in der Natur können wir leicht ein Gebilde als Baum erkennen, dennoch wird es niemals dasselbe, wie ein anderes sein. Ich denke, dass hier das Geheimnis wahrer Meister der Komposition liegt. Auf der einen Seite müssen Werke Architektur sprich Form haben, auf der anderen Seite weicht alles, was wirklich lebt ab. Und Mozart macht es mit einer Natürlichkeit, bei der niemand auf die Idee kommen würde, hier sei etwas kürzer oder länger in der Form, als gewohnt und dennoch variiert er ständig konventionelle Formen zu unkonventionellen Meisterwerken.

A
Erstes Thema  T1-20  zweiteilig
aber Klavier 12 Takte und in der Orchesterentwicklung nur 8 Takte
T20-35 Überleitung und Modulation nach A-Dur
B
Zweites Thema T35-51
hier 4 Takte Orchester und 8 Takte Klavier und Orchester
A`
T53-T68 Klavier variiert mit Verzierungsvorschlag von Mozart
T68-76 Orchester (Wiederholung vom ersten Teil)
T76-84 Klavier und Orchester
Coda
Erster Teil T84-92
Zweiter Teil T92-99

 



 

 

 

3.Satz

Auch dieser luftige und leichte (allerdings nur im Charakter leichte) Satz entzieht sich einer strengen Form, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht so den Anschein hat.
Der Einfallsreichtum Mozarts erlaubt es ihm, auch mehr als die notwendigen Themen darzustellen und sie in einer lockeren, freien Rondoform darzustellen.

Wie auch sonst stellt er das Thema A1 frisch ins Klavier
 A1     T1-8    Klavier
        A1    T9-16     Orchester
                             Ausarbeitung A1    T17-61 Ausarbeitung A1 traditionell Orchester
                                      A2      T62-76      KLAVIER Orchester Klavier
                Überleitung    T77-105   Überleitung     Klavier

B    T106-128  Orchester  Klavier 
Nachsatz     T129-174  Klavier vom Orchester begleitet
Codetta    T175-193   Klavier + Orchester, Engführungen
    Überleitung    T194-202  Klavier und Orchester - komplementär

A1    T202-209     Klavier
A1 und Überleitung   T210-229  Orchester

C1   T230-261   Klavier Orchester Klavier Orchester
C2    T262-293  Klavier und Orchester, Thema zuerst Orchester, dann Klavier
Überleitung    T293-311

A2    T312-329    Klavier  A-Dur, Orchester a-moll, dann wieder A-Dur

B   T330- 363   Orchester  A-Dur, Klavier  a-moll
Nachsatz    T363-411
Codetta und Rückleitung    T412-441

A1  und Entwicklung   T441-480  Klavier, dann Orchester

Coda    T480-524

So sehen wir an Hand der farblichen Gestaltung gut die Form: A-B-A`-C-A``-B`-A`` -Coda
 

   
 

Biographie Lehre Konzept Ziel Der Weg dorthin Downloads Links Absolventen Aktuell Kontakt Startseite Für Studenten