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| Entstehung |
| Die Entstehung von "Pour le piano" ist nicht
genau datierbar. Sicher ist nur, dass die Sätze nicht zusammenhängend
komponiert wurden, sondern nachträglich zusammengestellt wurden. Der
zweite Satz, Sarabande, stammt vom Winter 1894 und wurde 1896 in einer
Beilage zum "Grand Journal" unter dem Titel "Souvenir de Louvre"
veröffentlicht. Die endgültige Niederschrift ist mit Januar - April 1901
datiert. Erschienen ist "Pour le piano" Ende 1901 bei Fromont, die
Uraufführung fand am 11.01.1902 durch den katalanischen Pianisten
Ricardo Viñes statt. Bei dieser Uraufführung war das Stück ein großer
Erfolg; die Toccata musste sogar wiederholt werden. Auch die Kritiken
waren außerordentlich gut. |
| Neuerungen |
"Pour le piano" wird oft als Übergangswerk oder auch als
erstes Reifewerk Debussys bezeichnet. Zwei Elemente sind neu:
- Debussy löst sich hier vom spätromantischen Stil und Salonstil
seiner Frühwerke und wendet zum ersten Mal konsequent die neuen
harmonischen Mittel an, die typisch für seine musikalische Sprache
sind. Hierzu gehören Ganztonleiterbereiche, Akkordrückungen,
Quartschichtungen, Pentatonik und die Verwendung von Akkorden
unabhängig von ihrer harmonischen Funktion.
- Gegenüber den frühen Werken sind die pianistischen Anforderungen
beträchtlich gestiegen.
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Prélude: |
| Hier verlässt Debussy die erweiterte, funktional geprägte
Harmonik, die er noch in seinen Frühwerken verwendet hatte. Statt dessen
setzt er harmonische Felder ein, z.B. a aeloisch, C-Dur, Ganztonleiter,
Chromatik. Diese Felder setzt er nebeneinander, setzt sie aber auch
deutlich voneinander ab. Man kann sagen, dass die Harmonik hier
formbildend wirkt. Auffallend ist außerdem der Rückgriff auf den
motorischen, etwas verspielten Stil des Barock, der sich vor allem in
den durchlaufenden Sechzehnteln und der Cadenca zeigt. |
| Sarabande: |
Eine Sarabande ist ein Tanz im Dreiertakt, der
wahrscheinlich aus Spanien stammt. Besonders in der barocken Form der
Suite wurde die Sarabande als langsamer, oft gravitätischer Tanz
verwendet.
Dieses Stück steht zwar in cis-moll, es kommt aber trotzdem kein klares
Tonalitätsgefühl zustande. Die Gründe hierfür liegen in der Verwendung
von:
- vielen parallel verschobenen Akkorden (oft Septakkorde),
- vielen Harmoniefolgen, die sich außerhalb der Funktionsharmonik
bewegen,
- Quartenklängen, die auch mit Sekunden vermischt werden,
- fernöstlich klingenden Quintklängen
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| Toccata: |
| Bei der Toccata ist zu konstatieren, dass es wenig
melodisches Material gibt. Gemäß der Tradition der Toccata als
virtuoses, oft improvisiertes Spielstück liegt hier das Hauptaugenmerk
auf durchlaufenden Sechzehntelfiguren.
Man sieht, dass sich Debussy trotz des Einsatzes von neuen
harmonischen Mitteln formal noch sehr an der Tradition orientiert, indem
er Titel aus dem Barock entlehnt und auch Spieltechniken verwendet, die
ursprünglich aus dem Barockzeitalter stammen. |
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