Ludwig van Beethoven

 

Variationen

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Variationen
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Einige Variationen sind notierte und überarbeitete Improvisationen. Diese Variationswerke waren beim Publikum äußerst beliebt, da sie den Interpreten gut zur Geltung bringen und einfach zu hören sind. Natürlich steht die Variation der Improvisation von Struktur und Gedanke recht nahe. Insbesondere der Mozartsche Variationstyp der Melodievariation oder figurativen Variation eignet sich zum Improvisieren sehr gut. Beethovens frühe Variationen sind in diesem Stil geschrieben, der an Mozart anknüpft. Hier ist das harmonische Konzept gleich bleibend (ausgenommen die übliche Moll-Variation), das Thema stets erkennbar. Später jedoch, insbesondere bei seinen Hauptvariationswerken wie etwa den 32 Variationen c-moll (1806) oder den Diabelli-Variationen op.120, kommen andere kompositorische Prinzipien zur Anwendung. Die Variationen werden als Charaktervariationen Variation für Variation neu erschaffen, das Thema wird bis zur Unkenntlichkeit verändert.

Die Variationstechnik ist bei Beethoven eine sehr zentrale Kompositionstechnik und im Gesamtwerk häufig vertreten. Ein Drittel aller bis 1800 komponierten Werke von Beethoven sind Variationen oder enthalten Variationssätze. Die selbständigen Variationsformen stehen vorerst noch im Vordergrund, in der Zeit von 1800 bis 1812 werden Variationen dann mehr und mehr in andere Formen eingebaut.  Sie kommt neben den Variationen für Klavier in nahezu allen anderen Formen vor, in Symphonien, Klaviersonaten, Violinsonaten, Streichquartetten usw. Den Übergang zum Variationsstil der mittleren Schaffensperiode vollzieht sich mit dem ersten Satz der Sonate op.26. Die eigentlichen Schüsselwerke zum neuen Stil sind op.34 und op.35 "Beide sind auf eine neue Manier barbeitet, jedes auf ganz andere Art und Weise...Ich höre es sonst nur von anderen sagen, wenn ich neue Ideen habe, aber diesmal muss ich sie selbst versichern, dass die Manier in beiden Werken ganz neu ist." (Brief von Beethoven an seinen Verleger Breitkopf & Härtel) . Jede Variation hat ihren eigenen Ausdruckscharakter, eigenes Zeitmaß, Takt und Tonart.

Den nächsten Meilenstein in der Entwicklung der Variation stellen die 32 Variationen c-moll (1806) dar. Sie sind eine Demonstration von Variationskunst mit einem Minimum an thematischem Material, technisch und musikalisch außerordentlich anspruchsvoll.

Weiter führt uns der Weg der Variationstechnik über die Sonaten op.109 und op.111 zu den Diabelli-Variationen, die Beethoven letztes großes Klavierwerk darstellen. Hans Bülow über die Diabelli-Variationen: "Der Herausgeber erblickt in dieser riesigen Tonschöpfung gewissermaßen den Mikrokosmos des Beethovenschen Genius überhaupt, ja sogar ein Abbild der ganzen Tonwelt im Auszuge. Alle Evolutionen des musikalischen Denkens und der Klangfantasie- vom erhabensten Tiefsinn bis zum verwegensten Humor- in unvergleichbar reichster Mannigfaltigkeit, gelangen in diesem Werk zur beredtesten Erscheinung."

   
   
   
   
 

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