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Italienisches Konzert

Ist eines der bekanntesten und beliebtesten Werke von Johann Sebastian Bach.
Es wurde sicherlich für das große 2-manualige Cembalo geschrieben. Darauf sind die zahlreichen Dynamikvorschriften (forte und piano) zu beziehen, die eigentlich Registrierangaben sind. Alles, was am ersten Manual zu spielen ist, wurde mit forte bezeichnet, was am unteren Manual zu spielen ist, wurde mit piano bezeichnet. Sicherlich können wir dieser Vorschrift nicht wörtlich gerecht werden, doch ist es sehr wesentlich zu wissen, was damit gemeint ist, nämlich eine Klangfarbenvorgabe, weniger eine der Dynamik. Mit forte ist also im allgemeinen das Tutti, ein volles Register gemeint, mit piano das zartere Register oder  der solistische Gegenpart zum Tutti.
Italienisch wird das Konzert genannt, weil es wie es wörtlich heißt, im italienischen Gusto oder in Anlehnung an italienische Stilelemente komponiert wurde, dennoch aber auch die kontrapunktische Handschrift Bachs trägt.

Foto 1 : Cembalo Kirkmann 1773                        Foto 2: Broadwood-Cemablo

Foto 3 : Cembalo Kirkmann                                     Foto 4 : Cembalo von Faby

Bach verwendet die dreisätzige Konzertform.
Der erste Satz, voll im Klang, im Stil einer festlichen Orchestermusik, immer wieder unterbrochen durch lyrische Soloeinsätze, ist in der Form
A B A1  B1 C A  organisiert. Dir Form ist klar erkennbar, die Teile im Charakter deutlich voneinander abgesetzt, was sich in der Interpretation durch verschiedene Klang und Dynamikstufen wiederspiegeln sollte.
A ist als Hauptsatz, B als Seitensatz und C quasi als Durchführung zu verstehen.

Der zweite Satz ist zweiteilig, in zwei Strophen mit Coda angelegt.
Die Begleitung bildet den orchesterähnlich begleitenden Unterbau, der rhythmisch immer sehr streng bleiben sollte und immer den Puls behalten muss. Darüber kann sich so frei wie möglich die "Solovioline" oder Solooboe (als Klangidee) entwickeln. Die musikalische Spannung ergibt sich im Abstimmen der möglichst freien rechten Hand am oberen Manual und der möglichst strengen Begleitung am unteren Manual, wieder ausgedrückt in verschiedenen Klangebenen und Farben.
TIPP: Beim Auswendigspiel sehr genau die Terzeinstiege in der linken Hand einprägen. Gerade am Podium  gibt es hier sehr oft Probleme, wenn man es verabsäumt hat, die Terzpassagen akribisch genau zu lernen.

Im dritten Satz sind wieder die Gegensätze der Tutti - und der Soloteile prägend. Flüssig im Tempo, äußerst durchsichtig und fein in der Artikulation, stellt dieser Satz die höchsten technischen Ansprüche.