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Toccaten
Die sieben Toccaten sind Zeugnisse des jungen Bach.
Ungestüm, bisweilen experimentell in der Form, fehlen ihnen zwar die Glätte
und Reife der späten Kompositionen, aber dafür bieten sie Frische und
Spielfreude in reichem Maß.
Sehr stark ist bei diesen Werken der Einfluss der Orgeltoccata zu spüren,
die virtuos, frei und dem Improvisieren nachempfunden ist. Diese Form der
Orgeltoccata wird nun auf die feinen Klangebenen des Klaviers übertragen und
zu sonatenhaftem Umfang erweitert. Die Toccaten sind mehrteilig, aber
pausenlos einsätzig, die Teile werden aneinandergereiht.
Die Klaviertoccaten zeigen das jugendlich stürmische Übermaß des Wollens,
die ausschweifende Weite der Konzeption und die unbändige Lust am
ausschweifenden Fugieren.
Die Toccaten beginnen stets mit einem kraftvoll-virtuosen Einleitungsteil,
meist einstimmig, der dann in ein ruhigeres Arioso einmündet. Daran
anschließend kommt das Feuerwerk des Kontrapunkts, freies Fugieren ohne
Ende.
toccare: wörtlich schlagen, berühren
Anfangs frei präludierende, improvisatorische Kompositionen für Cembalo oder
Orgel.
Im 15. und 16 Jh. ursprünglich höfisch-zeremonielle Bläsermusik,
bald dann aber begrifflich eng mit den Tasteninstrumenten verbunden.
M.Praetorius (1571-1621) ordnet die Toccata der Gruppe der Präludien zu, die
"ein Organist, wenn er erstlich uff die Orgel oder Clavicymbalum greift,
ehe er ein Mutet oder Fugen angehet, aus seinem Kopf vorher fantasiert mit
schlechten einzelnen Griffen und Coleraturen."
Mattheson (1681-1764): "...Passagi, Fughe,
Fantasie...unter dem allgemeinen Namen Toccata begriffen werden können, als
welche überhaupt ein Gespiele bedeuten."
Toccaten verweist Mattheson ganz in den Bereich des "stylus fantasticus",
weil "diejenigen Meister, welche in ihren Fantasien und Toccaten
förmliche Fugen durcharbeiten, keinen rechten Begriff vom vorhabenden Styl,
als welchem kein Ding so sehr zuwider ist, als die Ordnung und der Zwang"
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