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Trio Triton
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Wettbewerbe sind wie Lotto: Sie versprechen schnelle Resultate. Sie haben den Nimbus von schneller Karriere, bieten einen Einstieg in die Welt derer, die man bewundert und sie sind eine große Motivation.

Wettbewerbe sind aber auch eine große Gefahr für die Entwicklung junger Künstler. Auf der einen Seite werden junge Künstler, die schon früh häufig am Wettbewerbsgeschehen teilnehmen, sehr auf diese Seite der Kunst fokussiert. Sie arbeiten, um zu gewinnen, um sich zu messen, um besser zu sein, als die Kollegen. So bleibt in vielen Phasen der Entwicklung keine Zeit, wichtige Aspekte in Ruhe und Weitsicht zu entwickeln. Außerdem ist das Gefühl der Frustration nach Wettbewerben, die nicht erfolgreich waren, weil schlecht ausgesucht und nicht zum Entwicklungsstand passend, nicht besonders förderlich und hat schon viele junge Talente resignieren lassen.

Auch die Lehrer dieser jungen Künstler stehen im Wettbewerb. Wir können bei vielen Gelegenheiten hören, dass sehr gute junge Interpreten mit sehr großen Werken immer jünger auftreten. Virtuose Preludes mit neun, Chopin Ballade mit zwölf, Brahms Klavierkonzert mit 14.

Es ist wie in der Wissenschaft. Alles Denkbare wird irgendwann gedacht. Alles Machbare irgendwann gemacht. Aber ist es sinnvoll für die jungen Künstler, immer früher künstlerisch erwachsen zu werden ? Ist wirklich immer das im Vordergrund, was für die jungen Menschen am besten ist, oder lassen sich Lehrer nicht auch gelegentlich vom Wettbewerb mitreißen ?

Höchste Qualität braucht immer Wettbewerb. Doch die immer kleineren Künstler, die das Publikumsherz so sehr erfreuen, werden sie mit 20 und mit 30 und mit 40 noch immer mit der Musik verbunden sein?  Und die Studierenden, die meist mit dem gleichen Programm von Wettbewerb zu Wettbewerb ziehen -  Wir kennen mittlerweile über 70 große internationale Wettbewerbe. Kennen wir auch deren Preisträger ?
Und nach einem möglichen großen Preis - Hat der junge Künstler die Voraussetzungen, die Chance auch zu nutzen, das Repertoire, die Sicherheit ? Denn die Anforderungen, die dann über Nacht hereinbrechen, sind enorm.

Wettbewerbe werden auch weiterhin unser künstlerisches Leben prägen und sie bieten zweifelsohne enorme Chancen bei enormen Risken. Die Lehrer sind hier in höchstem Maß gefordert, mit großem Fingerspitzengefühl und größter Weitsicht ausschließlich die positive Entwicklung des jungen Künstlers  zu fördern.