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In den zahlreichen Sinnkrisen, die man als
Künstler so hinter sich bringt, fragt man sich oft selbst : "Wozu eigentlich
? Für wen eigentlich ? "
Man hat in diesem Beruf manchmal das Gefühl, dass das Überangebot so groß
ist, dass man schon so laut schreien muss, um beachtet zu werden, dass sich
diese Sinnfrage immer wieder stellt.
Außerdem entsteht durch das bestehende Überangebot an Musik und Künstlern
für die Schaffenden, die um ihr Publikum ringen, gerne der Eindruck, dass das
Interesse an der Kunst, die man beherrscht, nicht so groß ist, wie man gerne
hätte.
Für mich kam dann der Glücksfall, in Teheran musizieren zu dürfen. Wir
hatten dort mit dem
Trio Triton Konzerte für ein Publikum, das seit vielen Jahren keine Musik
mehr hören durfte /
hören konnte. Nach kurzer Zeit war im Konzertsaal eine unglaubliche
Stimmung, unglaubliche Anspannung, nach den Stücken Tränen der Rührung und
des Glücks - da wurde mir bewusst , wie wichtig Musik ist und was es für ein
wunderbares Geschenk ist, das erleben zu dürfen. Vor allem als Musiker.
Schwingungen sind die Grundform jeder Kommunikation und Ausdrucksform.
Diese Schwingungen in einer hohen Kunstform - der Musik zu einer speziellen
Kommunikation beherrschen zu lernen, ist ein Ziel, das Sinn macht. Es
gibt kaum ein intensiveres Gefühl, als im Konzert zu spielen und zu spüren
wie "das Publikum mitgeht", wie es in Resonanz kommt. Als Künstler kann man
diese Resonanz wieder als Energie aufnehmen und die Intensität dadurch
weiter steigern.
In einer Gesellschaft, die , so empfinden es zumindest viele, merkantiler
und sozial kälter geworden ist, macht es Sinn, Musik zu machen, auch wenn es
nicht ganz einfach ist, davon zu leben. Immer wieder aufs Neue versuchen, neue
Aspekte zu finden, die Komposition besser zu verstehen, die Qualität wieder
versuchen zu steigern, neue Literatur zu erschließen, hat Sinn -
trotzdem: Die nächste Sinnkrise kommt bestimmt... |