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Claudio Arrau schreibt in seiner
Biographie sinngemäß, dass die Schwierigkeit des Pianisten sei, die
Sensibilität der Mimose ( die für die Ausübung der Kunst notwendig ist ),
mit der Belastbarkeit einer Autobahnbetonbrücke zu paaren. Viel besser kann
man die Problemstellung nicht mehr umreißen. Um die Kunst, die man im
Studium erlernt und ein Leben lang verfeinert, auch zum Beruf zu machen,
sind sehr widersprüchliche Qualitäten notwendig. Außerdem kann man an
dieser Stelle nicht ganz verschweigen, dass der Wettbewerb unter Künstlern
sehr hart und nicht immer ganz fair ist, was auf das große Angebot
zurückzuführen ist. Außerdem ist das Geld für Kultur ein wenig knapper
geworden.
Nebenbei ist noch ein Effekt zu erwähnen, der uns Künstler genauso wie
andere Selbstständige belastet: Das Sprichwort sagt "Wo Tauben sind,
fliegen Tauben zu", oder um es merkantil auszudrücken, man benötigt Geld, um
zur Bank gehen zu können, und man muss Geld haben, um welches verdienen zu
können. Für Künstler heißt das, dass man gute Konzerte braucht, um an gute
Konzerte zu kommen. - Ein Teufelskreis, der nicht nur unseren jungen
Künstlern zu schaffen macht.
Aber dafür gibt es ja Agenturen, würde sich an dieser Stelle so mancher
denken. Das ist grundsätzlich zwar - nein nicht einmal grundsätzlich
richtig, denn auch hier gilt das Motto "Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu".
Agenturen haben naturgemäß wenig Interesse, mit großem zeitlichem und
finanziellem Aufwand junge, unbekannte ( und damit auch
finanziell unlukrative ) Künstler aufzubauen und zu fördern, denn das
bringt nur Defizit. Und würden sie es tun, hätten sie natürlich wieder das
Risiko, dass die Künstler, wenn einmal bekannt, zur nächsten Agentur
wechseln. Ergo - kümmern sich gute Agenturen ( so vorhanden ) lieber um
hochpreisige bekannte Kollegen, das ist einfacher und sicherer und außerdem
bringt es Profit.
Ein Tipp für alle jungen Kollegen: Informationen nutzen ( inklusive Internet ) ,
Kommunikation zu allen möglichen Veranstaltern halten und immer
Schritt für Schritt weitergehen und nicht verzweifeln. Alle hatten am
Anfang das gleiche Problem.
Wettbewerbe bieten natürlich eine gute Chance, schneller einen Namen zu
bekommen und den Teufelskreis zu durchbrechen, die Sache hat aber auch ihren
Preis... ( siehe Wettbewerbe )
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